Leadership Juni 2026 · 6 Min. Lesezeit

The Knowing-Doing Gap: Warum Ihr Team es weiss und trotzdem nichts tut.

Pfeffer & Suttons klassische Erkenntnis: Das grösste Problem in Organisationen ist nicht mangelndes Wissen. Es ist die Lücke zwischen Wissen und Handeln und Führungskräfte sind oft der Grund dafür.

Das Meeting war produktiv. Das Problem wurde identifiziert, Lösungsansätze wurden diskutiert, alle waren einverstanden. Vier Wochen später: nichts hat sich geändert. Das Team weiss, was zu tun wäre. Warum passiert es nicht?

Jeffrey Pfeffer und Robert Sutton haben dieses Phänomen 2000 in ihrem gleichnamigen Buch «The Knowing-Doing Gap» systematisch untersucht und dabei Muster gefunden, die in fast jeder Organisation wiedererkennbar sind.

Wissen ⟶ ✕ ⟶ Handeln The Knowing-Doing Gap

Warum die Lücke entsteht — die 5 Hauptgründe

Reden ersetzt Handeln

Meetings, Workshops, Präsentationen — sie fühlen sich wie Fortschritt an. Sind es aber nicht. Pfeffer & Sutton nennen das «talk as a substitute for action». Wer viel plant, hat das Gefühl, getan zu haben — ohne es getan zu haben.

Angst vor Konsequenzen

Wer handelt, kann scheitern. Wer plant, bleibt in der sicheren Zone. In Organisationen die Fehler bestrafen, handeln Mitarbeitende lieber nicht als falsch.

Gedächtnis statt Prozess

Viele Unternehmen verlassen sich auf individuelle Erinnerung statt auf systemische Prozesse. Was nicht im System steht, passiert nur, wenn die richtige Person es im Kopf hat.

Zu viele Prioritäten

Wenn alles dringend ist, ist nichts dringend. Organisationen die 15 strategische Prioritäten haben, haben keine einzige echte Priorität und handeln entsprechend.

Interne Bürokratie und Politik

Gute Ideen sterben im Genehmigungsprozess. Wenn zu viele Personen Nein sagen können und niemand Ja sagen muss, passiert: nichts.

Die Rolle der Führungskraft in der Lücke

Führungskräfte sind in dieser Lücke nicht unbeteiligte Beobachter. Sie sind oft der entscheidende Faktor — in beide Richtungen.

Führungskräfte die die Lücke vergrössern:

Führungskräfte die die Lücke schliessen:

„Knowing what to do is not enough. The problem isn't ignorance. It's inaction. And inaction is almost always a leadership problem, not a knowledge problem." — Jeffrey Pfeffer, Stanford Business School

Was Führungskräfte konkret tun können

Von „Was plant ihr?" zu „Was habt ihr getan?"

Die einfachste Verschiebung: Meetings auf Umsetzung ausrichten, nicht auf Planung.

Fehler-Amnestie einführen

Explizit kommunizieren: Wer handelt und scheitert, wird nicht bestraft. Wer nicht handelt, hingegen schon.

Handlungen sichtbar machen

Was wurde letzte Woche tatsächlich umgesetzt? Öffentliche Sichtbarkeit erzeugt Accountability.

Selbst voranmachen

Die stärkste Botschaft die eine Führungskraft senden kann: ich tue das, was ich von euch erwarte.

Fazit

The Knowing-Doing Gap ist nicht ein Mitarbeitenden-Problem. Es ist ein Organisations- und Führungsproblem. Teams, die wissen und trotzdem nicht handeln, haben gelernt, dass Handeln riskanter ist als Planen. Das zu ändern braucht kein neues Framework. Es braucht eine Führungskraft, die handelt.

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Ich helfe Ihnen, die Lücke zwischen Wissen und Handeln zu schliessen — systematisch, nicht durch Appell.

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